Bürgerinitiative gegen Fluglärm
                 in Hennef

Detailinformationen über die Verschiebung der DOM (Nord) Route und der
Fluglärmkommission (FLK)

Bis zur Planung der NESS–Einführung wurde die DOM–Route (lt. Flughafen etwa
14 % aller startenden Flugzeuge) nach dem Start über Lohmar-Süd (Industriegebiet)
in einer Linkskurve über die Lohmarer Ortschaften Heide und Birk geführt. Im
Zuge der NESS-Einführung wurde von Herrn Becker (Lohmarer Vertreter in der
FLK)der Antrag gestellt, die DOM-Route zu verlegen. Daraufhin
wurden von der DFS neue Flugrouten für den Abflug Richtung Norden erarbeitet.
Alternativ wurden Routen etwas östlich der alten Route (Variante 1 und 2) aber
auch eine Route erheblich weiter Richtung Osten (Variante 3) zur Abstimmung in der
Fluglärmkommission (FLK) vorgeschlagen. Die betroffenen Mitglieder der FLK (Krieger Siegburg,Becker Lohmar, Lindlar Hennef und Köhler St. Augustin) einigten sich in
einem Vorgespräch auf die Variante 3 unter folgenden Bedingungen:

1.Der Abdrehpunkt müsse westlich vor der Ortschaft Hennef-Heisterschoß liegen, um den
Ort, der schon durch die SIGEN – Route mit 34 % aller startenden Flugzeuge belastet
ist, lt. Herrn Lindlar, nicht noch mehr zu belasten. Lt Protokoll unterstützte der
Lohmarar Vertreter, Herr Horst Becker, diese Forderung.

2.Wenn die Verpflichtung, nach dem Overlay-Verfahren zu fliegen, das eine gerade
Route zum Funkfeuer COLA verlangt und dadurch die SIGEN-Route direkt über Heisterschoß
führt, entfällt, kann auch über die Verlegung dieser Route gesprochen werden
(spätestens Mitte 2000)

Und so wurde über die Routenverlegung am 3.12.1998 abgestimmt. Am 25.3.1999 wurde
sicher unter großer Freude der entlasteten Ortschaften nach der neuen Route
geflogen. Zur gleichen Zeit wurde auch unter Zustimmung des Hennefer Vertreters
in der FLK das Ness Verfahren eingeführt, wissentlich, daß diese Route
dann gebündelt über Heisterschoß geht.

Schnell stellte sich heraus, daß die neue DOM-Route nicht wie festgelegt an
Hennef Heisterschoß vorbei, sondern durch Ness gebündelt,genau über den Ort
führt. Damit wurde der Ort durch folgende Änderungen derart belastet, daß ein
normales Leben nicht mehr möglich ist:

  1. Bündelung der SIGEN Route, die bisher gestreut über Hennef Heisterschoß führte
  2. Zusätzliche Belastung durch die neue DOM Route
  3. Allgemeine Steigerung des Flugaufkommens besonders zur Nachtzeit
  4. Verlegung von besonders laut und tief fliegende Maschinen von anderen Routen
So wurden ab dieser Zeit in der Nacht zwischen 24.00 und 6.00 bis zu 50 Überflüge
teilweise im 2 Minutentakt mit Lärmpegeln bis 85 dBA gemessen.

Die hohen dBA Werte resultieren aus dem einzigartigen Startverhalten der Flugzeuge
am Flughafen Köln-Bonn (Startverfahren mit Schubrücknahme), wobei nach Aussage
von Piloten verhalten gestartet wird, die Flugzeuge dann über Lohmar und Siegburg
verhalten beschleunigen,dann aber hinter Siegburg mit starkem Schub weiterfliegen

Auf diesen Zustand hat die Bürgerinitiative alle beteiligten Stellen hingewiesen,
in der Hoffnung, daß die Routenverlegung bei der nächsten Sitzung der FLK rückgängig
gemacht wird. Hier lagen besonders unsere Hoffnungen auf den Mitgliedern Lindlar
(Hennef) und Becker (Lohmar). Herr Lindlar, heute MdL und umweltpolitischer Sprecher
der CDU-Landtagsfraktion, klinkte sich aus der FLK aus, er fühlte
sich über den Tisch gezogen (Lindlar wörtlich: ich bin beschissen worden).
Herr Becker, der versprach, sich dafür einzusetzen, daß die
DOM Route nicht über Hennef-Heisterschoß führt, setzte sich vehement in der FLK
Sitzung vom 16.12.1999 dafür ein, daß nicht über die Rückverlegung der DOM Route
abgestimmt wird und forderte die Erstellung eines Gutachtens.

In der FLK hat sich eine nach dem Motto "stimmst du für mich, stimme ich für dich"
Gruppe gebildet, der es in der letzten Zeit gelungen ist, den Fluglärn von
Gebieten, die näher am Flughafen liegen, zu weiter entfernten zu schieben. Man
meinte, daß dort durch die weitere Entfernung der Lärm geringer ist, dabei aber
nicht das schlechte Steigverhalten und die Topographie beachtet. Man hat dabei
auch keine Rücksicht auf die bereits bestehende Lärmbelästigung anderer Gebiete
genommen.So wurden z.B.Heide, Birk, St. Augustin und Bonn entlastet -  Hennef,
Neunkirchen und die Gegend um Königswinter belastet. Diese Gruppe der Routenschieber
ist besonders emsig in der Verbreitung der These, daß man doch gemeinsam gegen
den Nachtflug kämpfen und nicht über Routenverschiebungen reden sollte.
Die Lärmschutzgemeinschaft mischt da kräftig mit und hat für die nächste FLK einen
Antrag zur weiteren Routenbverschiebung gestellt.
 
 
 

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